Sepp Bürcher: Geschäftsführer bürcherAlpin

"Schon als Botsch ging ich zu den Skiern in die Werkstatt und habe ihnen zugeredet."

Sepp Bürcher wurde am 25. Juli 1958 auf der Riederalp geboren. 3 Jahre später kam seine Schwester Hedy zur Welt. Die Bürchers waren eine der Pionierfamilien, die das ganze Jahr auf der Riederalp lebten. Die Hauptbeschäftigung der Kinder im Winter war das Skifahren, selbst den Schulweg ins 600 Meter tiefer gelegene Greich wurde im Winter oft mit den Ski absolviert. Durch die Unterstützung der Eltern und des Skiclubs wurde Sepp bereits mit 7 Jahren zum Skirennfahrer. Für ihn drehte sich damals schon fast alles um's Skifahren.

Die Zeit im Schweizer Abfahrts-Weltcupkader

Nach Beendigung der offiziellen Schulzeit beschloss Sepp alles auf den Skisport zu setzen und schaffte es in der Saison 1976/77 ins Schweizerische Abfahrts-Welcupkader. Da wurde die Luft jedoch dünner. Sepp konnte zwar in Tuchfühlung mit der Weltspitze seinen Platz im Kader über 4 Jahre halten, es war ihm jedoch nie möglich, unter die die Besten 10 zu fahren. Im Dezember 1981 zog er sich bereits vor dem ersten Rennen der Saison eine Knieverletzung zu. Durch dieses Ereignis geprägt, beschloss er im Frühling 1982 den Rennsport aufzugeben und das familiäre Sportgeschäft seiner Eltern auf der Riederalp zu übernehmen.

Der Nachwuchs und das Geschäft

Es änderte sich einiges im Leben des ehemaligen Skiprofis. Er erbaute im selben Jahr das Wohn- und Geschäftshaus Sportina und holte die versäumte Berufsausbildung nach. Sepp liess sich zum Detailhandelsangestellten ausbilden und besuchte die schweizerische Fachschule für den Detailhandel. 1983 heiratete er Gerda Schmidhalter und gründete mit ihr eine Familie. Die beiden Söhne Nicolas und Reto haben bereits beide die Lehre zum Detailhandelsangestellten Sport beendet und zur Freude des Vaters sind beide voll- oder nebenberuflich im Familiengeschäft tätig.

Eine Leidenschaft die nicht loslässt

Sepp fährt weiterhin für sein Leben gerne Ski. So absolvierte er 1985-1986 die Skilehrerausbildung und spürte bald wieder, dass das Skifahren eigentlich seine Welt ist. Ein Jahr später wurde er Skilehrerexperte und bildete während 13 Jahren Skilehrer aus bzw. weiter. Dazwischen war Sepp auch 9 Jahre Mitglied des Demoteams der Schweizer Skischulen. In dieser Zeit entdeckte Sepp, der passionierte Skifahrer und Tüftler, auf einer Sportmesse die ersten stark taillierten Skier und musste diese exotisch aussehenden Dinger sofort testen. Mit seinem Kollegen Andreas Hangel ertüftelte Sepp die neuen Skier und die Fahrtechnik. Nach einem langen Kampf für die neue Sache wurden die beide als Carvingpäpste gehandelt.

Immer dran bleiben, weiterentwickeln und nicht locker lassen

Das Carven sah gut aus, man musste kein guter Skifahrer sein, so Sepp. Die Carving-Päpste wurden engagiert, um Kurse zum Thema Carven zu geben. Bei den Vorträgen haben sie jedoch starken Gegenwind gespürt. Carven sei gefährlich und zu extrem. Sepp argumentierte um: Es gäbe keine gefährlichen Ski, genau wie es keine gefährlichen Autos gibt. Es gibt nur gefährliche Chauffeure. Als Carver der ersten Stunde wirkte Sepp für viele Skihersteller als Tester und Berater. Mit seinem grossen Know-How aus den vielen Tests und Tüfteleien rief er 1997 mit seinen Geschäftspartnern den RTC-Ski (ready to carve) ins Leben und gründete 2000 die erste Skifabrik im Wallis. Die Partner ergänzten sich gegenseitig. Sepp brachte das mechanische Verständnis ein und der Partner hat die Ideen dann umgesetzt. Auch vom harzigen Start liessen sich die Partner nicht von Ihrer Idee abbringen. Die Fahrleistungen der RTC-Ski und die Rückmeldungen der Kunden motivierten immer wieder zum Weiterkämpfen. Nach einigen Schwierigkeiten im Team zog sich Sepp 2006 aus dem RTC-Geschäft zurück. Das Tüfteln und Tunen bleiben jedoch bis heute eine grosse Passion von Sepp.

Begeisterung bei anderen wecken

Sepp ist davon überzeugt, dass Skifahren der schönste Wassersport ist. Um andere mit seiner Freude am Skifahren anzustecken, gründet Sepp Bürcher im Winter 2014/2015 eine neue Skischule auf der Riederalp. Vielleicht werden so neue Skitalente entdeckt, die in Sepps Fussspuren treten können.

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